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IFoRR
Mit Kirchbooten durch das Weltkulturerbe
Eine Ruderfahrt anlässlich der RI Convention in Hamburg vom 26. bis 31. Mai 2019      




1.Tag: Speyer

Heute ist Sonntag, der 6. Mai 2019. Um 14:00 Uhr treffen wir uns in Speyer zu unserer Wanderfahrt anlässlich der Rotary International Convention in Hamburg. Insgesamt haben wir 27 Anmeldungen. Wir rudern mit Kirchbooten 200 km den Rhein hinunter bis Sankt Goar.

Anne und ich befinden uns auf dem Weg nach Sankt Goar. Für uns fängt die Fahrt am Ende an. In Sankt Goar fahren wir zur Rampe, an der die Boote an Land gezogen werden. Dort sind wir mit Achim verabredet, der mit dem leeren Bootsanhänger nur wenige Minuten nach uns eintrifft. Auto und Anhänger werden geparkt und gesichert. Dann machen auch wir uns auf den Weg nach Speyer.
In Sankt Goar zeige ich Anne noch das Bootshaus des Wassersportvereins. Wir haben überall Gepäckstransport von Hotel zu Hotel organisiert. Doch am Ende der Tour brauchen wir kein Hotel mehr. Dort wartet der Bahnhof für die Rückfahrt oder die Weiterfahrt auf uns. Und es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass Bahnhöfe eine Gepäckaufbewahrung haben. In St. Goar übernimmt diese Aufgabe die Tourist-Information – wenn sie denn geöffnet ist. „Das ist ein Feiertag“ hat man mir am Telefon erklärt. Doch ein Anruf bei der Vorsitzenden des Wassersportverein St. Goar 1924 eV hat dieses Problem gelöst. Selbstverständlich können wir unser Gepäck im Bootshaus des Vereins zwischenlagern. Danke!

Wir halten noch kurz in Bacharach an der Anlegestelle des Bacharacher Ruderverein 1884 eV. In einer engen Kurve mit Sandbänken ist das Anlegen am Steg nicht ganz unproblematisch. Doch der Wasserstand ist hoch genug, um über die Sandbänke zu kommen.

Gegen 13:00 Uhr treffen wir in Speyer ein. Mit uns kommen Judith und Paul aus Luzern, Paul aus Rosenheim, Maria aus Berlin. Bereits seit gestern sind Ionella und Valer sowie Liana und Sorin vom Rotary Club Blaj in Speyer.
Das Begrüßungstreffen wird wegen des guten Wetters auf die Terrasse verlegt. Nach den organisatorischen Hinweisen erfolgt die Ausgabe der zu diesem Anlass bestellten IFoRR-Shirts an alle anwesenden Teilnehmer. Bevor uns Hans-Jürgen Große vom RC Speyer zum Dom bringt kurz noch mal durchzählen: Wir rudern morgen mit 21 Leuten plus 3 Nichtruderer macht 24. Paul aus Neuss kommt erst heute Abend. Wolfgang und Christoph aus Mainz kommen morgen früh. Passt!

Vor dem Dom treffen wir auf 3 Mitglieder des RC Speyer. Die Incoming Präsidentin Ute Bahrs war mein Ansprechpartner. Als Hausherr begrüßt uns der Dompfarrer Bender. Die Führung übernimmt Freund Münchbach, ein gelernter Jurist mit einem fast unerschöpflichen Wissen über Speyer und seine Geschichte.


Wir besuchen den Dom. Durch die Stadt geht es dann zum Judenbad. Und auf dem Weg zum Biergarten der Hausbrauerei Domhof passieren wir die herrlich barock ausgestattete Dreifaltigkeitskirche, die baugleich früher auch in Frankfurt gestanden hat und in der Goethe getauft wurde.
Der Abschluss des Tages findet zusammen mit den Speyrer Freunden im Domhof statt. Der Rückweg zum Hotel führt uns am Technikmuseum vorbei. Der Trubel des Tages ist eine beleuchteten Stille gewichen.


2. Tag: Von Speyer bis Worms

Montag 9:00 Uhr: Abfahrt zum neuen Bootshaus der Speyrer Rudergemeinschaft. Gestern Morgen haben Heidi und Achim das Neusser Boot Bolly schon zu Wasser gelassen. Mit Unterstützung von Norbert Herbel ist auch Charlie innerhalb kürzester Zeit im Wasser. Die Ruderer werden auf die Boote verteilt. Wir legen ab!
Bevor wir in den Hauptstrom des Rheins abbiegen, werden noch einige Manöver im Altrheinarm gefahren.

Pünktlich erreichen wir gegen Mittag den Steg des Rudervereins Ludwigshafen, wo Harald als Vertreter der rotarischen Ruderer Riege Rhein-Neckar mit Frau Gabriele uns erwartet. Das im Bootshaus untergebrachte Restaurant hat heute Ruhetag, aber der Inhaber hat für uns dennoch eine warme Mahlzeit bereitet. Genügsam trinken wir das bereitgestellte Wasser. Haben die keinen Wein hier? Doch! Haben sie. Und geschmeckt hat er auch.

Beschwingt geht es weiter Richtung Worms. Im Floßhafen suchen wir den Steg des 1. Wormser Schwimmclub Poseidon. Der Shuttlebus, der uns zum Hotel bringen soll, steht bereit. In der Lobby des Parkhotel Prinz Carl wartet bereits Freund Heigl vom RC Worms-Nibelungen, der uns durch die Stadt führen wird. Die kleine Gruppe der englischsprachigen Ruderer übernimmt Freund Bentz vom selben Club.
Am Dom werden die Tribünen für die Nibelungenfestspiele aufgebaut. Der Judenfriedhof ist idyllisch gelegen mit seinen vielen alten Gräbern. Seit 1868 gibt es das Lutherdenkmal zur Erinnerung an den Reichstag zu Worms im Jahre 1521, auf dem Luther seine Thesen verteidigt hat. Ein Platzregen beendeten Rundgang.


< Am Abend treffen wir uns mit Wormser Rotariern im Weingut des Präsidenten des Rotary Club Worms-Nibelungen Andreas Schreiber. Das Wetter hat sich beruhigt, aber Andreas hat vorsichtshalber im Haus eindecken lassen. Wir genießen die Gespräche mit zahlreichen Rotariern aus beiden Wormser Clubs und dem Rotaract Club Worms. Wir trinken hervorragenden Wein zu gutem Essen. Und wir sind begeistert vom indischen Inbound, der begierig alles Wissenswerte über Wein in Theorie und Praxis aufsaugt und an uns weitergibt!

3. Tag von Worms nach Mainz

Wir legen ab und hören (auf) die Kommandos von Paul. Wer nach der kurzen Nacht noch nicht ganz wach war, der ist es jetzt. Hans-Jürgen wollte nur einen Tag mitrudern. Für ihn sitzt nun Wolfgang vom RC Simmern im Boot.
Wir haben die längste Etappe vor uns. 35 km bis zum Mittagessen in Stecklers Restaurant am Strandbad von Oppenheim und danach nochmals 19 km bis Mainz. In Oppenheim ziehen wir die Boote aus dem Wasser auf den Strand und wundern uns über die Ruhe und die idyllische Lage. Oppenheim, im Mittelalter eine freie Reichsstadt am Rhein, ist weit weg. Der Rhein hat sich ein anderes Bett gesucht.
Zum Essen ist im Haus gedeckt, hier hat es geregnet. Unverständlich, denn wir haben auf dem Rhein keinen Tropfen Wasser mitbekommen.
Um 14:30 Uhr geht es weiter. Vorbei an Nierstein, der Rheininsel Langenau. Das Wetter bleibt trocken, doch kommt ein Gegenwind auf, der die letzten 7 Kilometer zur harten Arbeit werden lässt. Schlagartig hört der Kampf gegen die Wellen auf, als wir den Mainzer Winterhafen erreichen und zum Anleger am Bootshaus des Mainzer Rudervereins rudern, den uns der Wirt des Bootshausrestaurants Frank Buchholz zur Verfügung gestellt hat. Wir trinken einen „Erholungsschluck“ bevor wir ins nahegelegene Favorite Hotel im Stadtpark gehen.
Zum Abendessen treffen wir uns mit Mainzer Rotariern in der Weinstube Bacchus in einem der ältesten Fachwerkhäuser der Mainzer Altstadt.

4. Tag: Von Mainz nach Rüdesheim

Der nächste Tag beginnt ausnahmsweise nicht mit Rudern. Der Vormittag ist der Besichtigung der Stadt Mainz gewidmet.
Wir treffen unsere Stadtführerin vor der Stephanskirche. Die Kirchenfenster sind von Chagall entworfen worden. Ihre blaue Färbung taucht das Innere der Kirche in eine eigenartige Atmosphäre. Wir gehen hinunter zum Schillerplatz mit seinem Fastnachtsbrunnen und weiter Richtung Dom. Bei jedem Blick auf eine Fußgängerampel sehen wir ein Mainzelmännchen. Und warum sind einige Straßenschilder blau und andere rot?
Nach der Besichtigung des Domes gehen wir zurück in Richtung Bootshaus. Wir kommen am Schifffahrtsmuseum vorbei und werfen noch einen Blick auf die in 2009 gefundenen Römerschiffe.

Am Bootshaus erwartet uns ein feudales Picknick, von Anne und Gudrun vorbereitet und mit Hilfe von Wolfgang aus Simmern im Hunsrück aufgebaut. Wir schauen auf den Rhein und die gegenüberliegende Mainmündung.
Mit etwas Verspätung sitzen wir wieder in unseren Booten, verlassen den schützenden Hafen und rudern an der Mainzer Stadtkulisse und am Biebricher Schloss vorbei in den Rheingau mit seinen schönen Weindörfern. Im Rüdesheimer Yachthafen warten bereits die beiden Shuttlebusse sowie Anne und Gudrun, um uns zum Hotel zu bringen. Erholungstrunk, Duschen, Umziehen und wir sind bereit für das Abendprogramm.
Wir haben uns mit den Freunden des RC Bingen auf der anderen Seite des Rheins verabredet. Für die Personenfähre ist es zu spät; wir müssen zur Autofähre. So haben wir neben einer Schifffahrt ohne eigene Kraftanstrengung einen längeren Spaziergang hinter uns, als wir in der „Vinothek“ eintreffen und vom Präsidenten des Clubs Klaus Becker begrüßt werden.
Gute Weine, gutes Essen und gute Gespräche. Und ein Blick auf die Uhr: Die Fähre fährt nur bis Mitternacht!

5. Tag: Von Rüdesheim nach St. Goar

Heute rudern wir durch das Weltkulturerbe Mittelrhein. Die frei gewordenen Plätze an Bord sind von Simone und Hans-Hermann besetzt worden. Wir sehen oberhalb von Rüdesheim das Niederwalddenkmal. Die Berge rücken ganz nahe an den Fluss. Es hat den Anschein, dass auf jedem Berg eine Burg steht: Ruine Ehrenfels, Burg Rheinstein, Burg Reichenstein, Burg Sooneck, die Heimburg, Ruine Nollig und Ruine Fürstenberg. Und im Fluss passieren wir hinter der Nahemündung den Mäuseturm.

Als die Burg Stahleck in Sicht kommt, wissen wir, dass Bacharach nicht mehr weit ist. Das Wasser ist so hoch, dass die Sandbänke kein Problem darstellen.
An Land werden wir von Dieter Römheld, Mitglied des RC Mainz, und seiner Frau Andy empfangen, die von ihrem noch höher als die Burg Stahleck gelegenen Zweitwohnsitz heruntergestiegen sind, um uns das alte Städtchen Bacharach zeigen.
Das Mittagessen haben wir bei Josch bestellt, der sein Lokal im Bootshaus des RV Bacharach betreibt. Alles wird frisch gemacht und schmeckt denen vorzüglich, die in den Genuss der Speise gekommen sind. Der Blick wandert auf die Uhr. In St. Goar wartet der Zug! Falsch: Der Zug wartet eben nicht! Gut, wenn man da nicht zu knapp geplant hat.

In St. Goar steht Anne schon am Steg des Wassersportvereins. Bolly legt an, Remmer und Paul gehen von Bord, können sich im Bootshaus umziehen und erreichen ihren Zug nach Emden bzw. Rosenheim.
Wir sind inzwischen an der Rampe in St. Goar-Felten angelangt. Wir ziehen die Boote auf die Trailer.
Klaus und Vera fahren mit Achims Auto und Boot Bolly nach Neuss. Michael und Christiane ergreifen die Gelegenheit und fahren mit.
Simone, Walter, Harald und Christoph fahren mit Daniel, der das Boot Charly nach Mainz bringt.
Wolfgang und Hans-Hermann sind fast schon zu Hause.
Wir fahren zum Bootshaus, ziehen uns um und holen unser Gepäck. Das Ende einer Bootsfahrt.
So sitzen nur noch 13 Personen am Abend in Peters Brauhaus in der Kölner Altstadt: Achim und Heidi, Paul und Anne aus Neuss; Valer und Ionella, Sorin und Liana aus Blaj; Judith und Paul aus Zürich; Maria aus Berlin; Hartmut und Anne aus Mainz.

6. Tag: Köln



Und bevor es am nächsten Tag weiter geht zur RI Convention in Hamburg, sehen wir nach all den mehr oder weniger romanischen Dombauten eine gotische Kathedrale. Da muss auch der Mainzer sagen: Die Kölner haben sich zwar etwas schwer getan mit ihrem jungen Dom, aber trotzdem: Nicht schlecht!


Nach diesem Erlebnis denken wir schon an das nächste Jahr. Mit Kirchbooten auf dem Starnberger See?