Treffen der International Fellowship of Rowing Rotarians vom 29.09. bis 02.10.2017     
Inn und Chiemsee




1. Tag: Von Rosenheim nach Wasserburg – ein Ruderereignis auf dem Inn


Samstag, 30. September 2017, 6.30h Aufstehen in freudiger Erwartung!
Heute ist der erste Tag eines verheißungsvollen Drei-Tage-Ruderns der „International Fellowship of Rowing Rotarians“, einer noch jungen Vereinigung rudernder Rotarier, die Sport, Naturerleben und rotarische Freundschaft vereint.

Nachdem am Vorabend beim gemeinsamen Abendessen die Details und Organisationsschritte für die nächsten drei Tage besprochen wurden und bis Mitternacht noch die Letzten der Teams in Rosenheim angekommen waren, kann es nun losgehen!
7 Uhr Frühstücken, ein letztes Richten der notwendigen Utensilien und dann geht es zum Bootshaus des Rosenheimer Ruderclubs. Dies darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Realisierung dieser Ruderfahrten auf dem Inn bereits über viele Monate akribische Vorbereitungen erfahren hatte, so einerseits durch den Freund Paul Geisenhofer vom RC Rosenheim-Innstadt vor Ort, sowie die Freunde Hartmut Jaeger und Wolfgang Litzenburger vom RC Mainz, die die Koordination für die Mitglieder der Fellowship übernahmen.

Beeindruckend für die „auswärtigen“ Ruderer verschiedener Ruder- und Rotary Clubs aus Mainz, Worms, Darmstadt, Simmern, Frankfurt und Prien waren das wunderbare, sehr gut ausgestattete und gepflegte Boots- und Ruderhaus am Ufer der Inn. Der noch relative junge Ruderclub hat dies mit viel Engagement und Eigenarbeit erstellt, viele der Ruderboote wurden „second hand“ liebevoll überarbeitet und den auswärtigen Ruderern großzügig und gut vorbereitet zur Verfügung gestellt.
Nach den üblichen Präparationen der Boote konnten dann mit speziellen „Boots-Transportgestellen“ vier Gig-Boote an die nördliche Begrenzung der Rosenheimer Staustufe gebracht und dann zu Wasser gelassen werden.

Da der Inn im Gegensatz zum Rhein, auf dem die meisten der Gäste in der Regel rudern, mit vielen Staustufen versehen ist, wurden auch zwei dieser „Transportgestelle mit den Booten mitgeführt. Vielleicht erklärt dies auch, warum uns an den folgenden zwei Tagen auf dem Inn keinerlei anderen Boote – weder Ruderboote noch Kanus – begegneten. Die Transporte der Boote um die jeweiligen Stauwerke sind mehrfach am Tag erforderlich und durchaus anspruchsvoll, da die Stellen zum Aus- und Einsteigen bzw. Ruderboot herausheben und Ablegen recht komplex sein können. Andererseits wurden diese Aktivitäten belohnt durch die wundervolle, einsame und stille Natur, die der Inn ohne jegliche weitere Schiffsaktivität bietet. Wenige Flüsse in Deutschland wirken so wenig besiedelt und naturbelassen wie der Inn, auch zwischen zwei kleineren Städten wie Rosenheim und Wasserburg.

Das „Rudergefühl“ war geprägt vom freundschaftlichen und zugewandten Umgang rotarischer Freundinnen und Freunde, die sich teilweise hier erstmalig begegneten. Gerade wenn der „Ruder-Rhythmus“ so richtig fliessen konnte, entstand auch eine „Begeisterung im Moment“, die „Mono-Sportarten“ nicht bieten können. Das Beobachten von Störchen und Reihern beim Gleiten über den Inn hatte dann noch einen besonderen Zauber inne.
Der Samstag war geprägt von 32 geruderten Kilometern, aber durchaus unterbrochen von geselligen Pausen, wie auch einer Mittagsjause im Fischerstübel unterhalb des Klosters Attel. Wenn auch dessen offizielle Adresse „Elend 1“ lautet, so war die Stimmung der IFFoR-Truppe unter den Rotarierinnen und Rotariern ausgelassen und begeistert.

Die Ankunft am Abend im Ruderverein Babensham-Wasserburg war obligat mit dem Präparieren der Boote, Sculls und Utensilien für die Nacht verbunden, denn am Sonntag früh sollte es ja von hier aus gleich weiter den Inn nach Norden gehen.
Der Abend selbst wurde dann in der prächtigen historischen Altstadt von Wasserburg verbracht und beim geselligen Abendessen konnte der Tag nochmals im Gespräch durchlebt werden, bevor man dann sich schon wieder auf den nächsten Rudertag freuen durfte.



Jochen Blum
RC Mainz





2. Tag von Wasserburg bis Jettenbach


Abends am 30.09.2017 konnten wir uns in Wasserburg im gemütlichen Kreis der 18 aktiven und 5 passiven Ruderer(Innen) stärken und die fantastische Atmosphäre der Altstadt genießen.
Am Morgen des 01. Oktobers machten wir unsere 4 Ruderboote ( 2 Doppel - Vierer; 1 Vierer mit Steuermann; 1 Zweier mit Steuermann) startklar. Wir hatten am Abend zuvor dankenswerterweise unsere gesamte Ruderausrüstung im Ruderclub Babensham-Wasserburg lagern dürfen und konnten die tolle Gastfreundschaft genießen.

Hier ist das Bootshaus direkt am Inn zu sehen.


Die Strömung hat es in sich, das Wetter sah anfangs recht trübe aus, doch wurden wir belohnt! Praktisch ohne Regen erlebten wir die unberührte Natur, ohne Schiffe, Motorboote etc. Tatsächlich begegneten wir keinem einzigen Boot und wurden eins mit der Natur wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist......



Der an diesem Rudertag neu zusammengesetzte Riemen - Vierer - Mit beim Ablegen.

Die beeindruckende Landschaft vom Inn aus betrachtet quasi vor der Haustür bei spiegelglattem Wasser...
aufgenommen von Dagmar Gillmann-Blum aus Mainz als sie den Do-Vierer steuerte:
Wolfgang Blumschein - RC Wiesbaden-Rheingau,
Simone Emmelius - RC Mainz-Aurea Moguntia,
Klaus Willimczik - RC Darmstadt-Kranichstein,
Walter Müller - RC Worms-Nibelungen im Bug verdeckt




Hier bei der kleinen Mittagspause nach dem Umtragen der Boote am Wehr Gars am Inn



Das Ablegen gestaltete sich recht anspruchsvoll. Zunächst musste ein großer Stein aus dem Weg geräumt werden, damit die Boote bei der sehr starken Strömung nicht Gefahr liefen leckzuschlagen. Mit vereinten Kräften konnten wir auch diese Herausforderung meistern.

Hier, wie auch auf der gesamten Fahrt, stand das Miteinander und der TEAM-Geist im Mittelpunkt dieser Wanderfahrt! Ein sehr gelungenes Gemeinschaftserlebnis, das alle Tugenden des Rudersports und des Rotarischen Geistes bestens mit einander verknüpfen konnte. Damit ist dieser Ausflug ein hervorragendes Beispiel wie die sehr junge "International Fellowship of Rowing Rotarians" (IFoRR) aktiv tätig ist.

Der 2-er- Mit musste als Testboot für das Ablegemanöver herhalten, und hat es Dank vereinter Kräfte hervorragend gemeistert.......

Ein beeindruckender Rudertag nahm nach ca. 30 km sein Ende in Jettenbach, die Boote wurde verladen und zurück in den Rudersport-Club Rosenheim e.V. gebracht, gewaschen, aufgeriggert und wieder ordentlich im Bootshaus verstaut...

Dem Verein gilt unser besonderer Dank!!!



Rechts unsere Inn-Ruderstrecke von Rosenheim über Wasserburg nach Jettenbach 30.09.-01.10.2017



Am Abend trafen wir uns alle zum gemütlichen Abendessen im "Hirzinger" in Söllhuben. Dort wurde der Hauptorganisator Paul Geisendorfer vom Rudersportlub Rosenheim, der alle Boote zur Verfügung gestellt hat, für Proviant und die Ausarbeitung der Ruderstrecke gesorgt hat, besonders gewürdigt.





Hier überreicht Freund Hartmut Jaeger Rotary Club Mainz sowie vom Mainzer Ruderclub und Gründer der IFoRR an Freund Paul Geisendorfer RC Rosenheim-Innstadt den Rotarywimpel.
Ein spannender Rudertag ging zu Ende um am folgenden Tag dann den Chiemsee zu erobern...

Hans Wolfgang Blumschein
RC Wiesbaden-Rheingau





Inn und Chiemsee 3. Tag

Ein neues Revier: Der Chiemsee in Sonnenschein - Montag, 1. Oktober und letzter Tag


Stimmungsvoller Alpenblick begrüßt uns am Morgen. Der Nieselregen des gestrigen Tages ist einem „Fön-chen“ gewichen, das tapfer bis zum letzten Ruderschlag durchhalten wird.

Nach einer Nebelfahrt entlang des – unsichtbaren - Simssees erreichen wir den Ruderclub Chiemsee, der unweit des Erlebnisschwimmbads „Prienavera“ sein Bootshaus besitzt. Erbaut und nahezu fertiggestellt in Eigenleistung und mit tollen Booten ausgestattet, beeindruckt es uns nicht zuletzt durch vorbildliche Ordnung – hier hat alles seinen Platz.

Und los geht’s zur ersten Etappe. Wir starten mit drei Booten mit so wunderbaren Namen wie „Lausdirndl“ oder „Tollpatsch“: Drei Vierer mit und ohne Steuermann. Macht 14 Ruderer. Richtig, ein bisschen Schwund ist immer! Wolfgang Blumenschein, Jan Führling und Hartmut Benning zogen den harten Schreibtischstuhl der gemütlichen Ruderbank vor.
Belohnt wurden die verbleibenden Ruderer nach ersten 4,3 Seemeilen entlang des Nordufers des Chiemsees mit einem zünftigen Weißwurst-Frühstück in Gollenshausen. Natürlich nicht ohne schon einmal einen gespannten Blick auf das Chorherrenstift auf Herrenchiemsee zu werfen. Dann aber hurtig: in Gollenshausen wartet der moralische Begleitschutz!


Derart gestärkt war der Landgang auf der Herreninsel ein Kinderspiel. Echter Sandstrand gepaart mit nicht unerheblichen Wellen durch den Schiffsverkehr zwischen Festland und Herreninsel hieß auch, dass wir die Boote weit an Land ziehen mussten, damit sie uns nicht davonschwammen.
Wie jeden Besucher begrüßt uns die Kreuzkapelle wie einst den Inspektor des Königs, und wir lernen, dass die Kapelle zwei „Gesichter“ hat: das eine zeigt dem Ankömmling ein abweisendes Gesicht, das andere verabschiedet ihn mit freundlichstem steinernem Lächeln.

All das erfahren durch unseren ortskundigen Ruder- und Rotaryfreund Herbert Reuter vom RC Chiemsee, der uns im übrigen beim Mittagessen auch noch mit einem Gruß der Klosterschwestern auf der Fraueninsel und Lesefutter für künftige Chiemgaureisen erfreut.
Auf der Herreninsel erwartet uns auch eine exzellente Führung durch das Augustiner Chorherrenstift. Wir erleben 1200 Jahre bayerische Geschichte am historischem Ort dieses ältesten Klosters Bayerns, dessen Ursprung bis ins 7. Jh. zurückgeht.
Vom Chorherrenstift aus überwachte Ludwig II., dessen vollständig eingerichtete Privaträume wir besichtigen konnten, den Bau seines nie ganz fertigestellten bayerischen Versaille.

Wir haben uns das Schloss natürlich von der Seeseite aus erorbert! Seit dem 50. Geburtstag unseres Grundgesetzes gibt es übrigens im Chorherrenstift auch das Verfassungsmuseum, das in den historischen Räumen des Verfassungskonvents von 1948 die Entstehung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland veranschaulicht. Aber dafür blieb leider genau so wenig Zeit wie für die Dauerausstellung zu den Chiemseemalern der Münchner Secessions- und Jugendstilzeit
Mit einem Stimmungsbild, das den Chiemseemalern alle Ehre gemacht hätte, verabschiedet sich der Chiemsee von uns Ruderern. Die Freunde, die an Chiemsee und Inn zu Hause sind, werden sicher nachvollziehen können, dass uns „Flußschiffern vom Rhein“ dieser Ausflug in die oberbayrischen Gewässer ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird.
Und das sind sie - die Chiemgau-Ruderer 2017: Jochen Blum (RC Mainz), Paul Geisenhofer (RC Rosenheim-Innstadt), Hans- Raimund Casser (RC Mainz), Philipp Jander (RC Traunstein), Dagmar Gillmann-Blum, Wolfgang Tenhaeff (RC Simmern- Hunsrück), Herbert Reuter (RC Chiemsee), Simone Emmelius (RC Mainz-Aurea Moguntia), Hans-Herrmann Schnieders (RC Simmern- Hunsrück), Michael Morath (RC Mainz), Walter Müller (RC Worms), Christof Orning, Hartmut Jaeger (RC Mainz), Klaus Willemczik (RC Darmstadt-Kranichstein), Wolfgang Litzenburger (RC Mainz). Nicht im Bild: Hartmut Benning (RC Mainz-Rheinhessen), Jan Führling (RC Rosenheim-Innstadt), Wolfgang Blumschein (RC Wiesbaden-Rheingau)


Simone Emmelius
RC Mainz-Aurea Moguntia